Gedanke, Wort und Bild

21. Mai 2018

 

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Fotografie ist eine Ausdrucksform, die sich eigentlich nicht mit Worten verträgt. Eine Fotografie lässt sich nicht vollumfassend in Worte fassen. William Eggleston dazu

"Whatever it is about pictures, photographs, it's just about impossible to follow up with words. They don't have anything to do with each other."

Aber auch Worte sind eine Form des Ausdrucks und es lässt sich vieles rund um die Fotografie denken und sagen ohne den Versuch zu machen Fotografien mit Worten in Einklang zu bringen. So ist für mich ein Ort wie dieses Journal eine durchaus willkommene Ergänzung zur Fotografie.

Anders als Worte lassen Bilder sich schwerlich in den eigenen vier Wänden bekommen. Oder, um nochmal Herrn Eggleston zu bemühen

"Photography just gets us out of the house."

Obwohl gerade Eggleston genügend Gegenbeispiele dieser Feststellung liefert gilt es sich aufzuraffen, die Kamera zu schnappen und sich möglichst oft draußen auf den Weg zu machen. Wobei Bilder nicht unbedingt von spektakulären Begebenheiten oder Reisen an weit enfernte oder exotische Orte entstehen. Abermals Eggleston dazu

"I had this notion of what I called a democratic way of looking around, that nothing was more or less important."

So fügt sich langsam eine Herangehensweise zur Fotografie, in der ich mich finden kann. Allerdings fehlt mir in seiner Haltung eine Note zu der Graciela Iturbide bemerkt 

"The unconscious obsession we photographers have is that wherever we go we want to find the theme we carry inside ourselves."

Es ist fast gleichgültig wohin man die Kamera trägt, letztlich führt erst die eigene Wahrnehmung zum Bild und nicht so sehr das Handwerkliche, Werkzeug, die Absicht oder auch das Fehlen einer solchen. Stets getragen von den Themen, die wir wie im Zitat so treffend formuliert in uns tragen sprechen diejenigen Bilder mit uns, die diese spiegeln und transportieren.

Vielleicht aber auch umsomehr als pure Empfindung sich mit bewußten Gedanken und Wahrnehmungen mischt. Damit in Einklang steht die Feststellung Robert Franks

"The eye should learn to listen before it looks."

Und so ließe sich gewiss noch weiter fortfahren aber schon jetzt zeigt sich, dass nicht nur auch Worte einen Platz in der Fotografie haben können sondern auch, dass wir nicht allein sind im Bestreben das Medium Fotografie anzuwenden und auszuloten um eigene Ausdrucksweisen zu entwickeln.

Viele Große gehen uns mit Beispielen und Inspiration voran aber so sehr sie uns eine Richtung weisen können müssen wir doch unseren Weg alleine finden, unbeirrt und auf die Themen gerichtet, die wir in uns tragen. 

Foto:
Mainz, April 2018 
Kodak Gold 400, Summilux-M 35
für die Serie Meta





 

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